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Mein Weihnachtslächeln kommt nicht von Amazon

4 Gedanken zum Weihnachtsshopping 2017

Für Weihnachten 2017 scheint alles geritzt: Die Geschenke bringt traditionell der Coca-Cola-Weihnachtsmann und das dazugehörige Weihnachts-Lachen liefert Amazon frei Haus. Da kann ja nichts mehr schiefgehen, wenn man der Werbe-Weihnacht glaubt.

 

Weihnachten hat es nicht leicht!

 

Weihnachten bewegt sich in einer besonderen Spannung. Geschenke sind etwas Schönes und gehören zum Fest dazu. Und wo geschenkt und gekauft wird, da wird auch geworben. Soweit also alles kein Problem!

Doch manchmal ist es mir zu viel des Guten.

Wo Weihnachten nur noch zu Werbeschlacht wird, reagiere ich genervt. Daher vier Gedanken für ein gutes Mittelmaß zum Weihnachtsfest:

 

1.) Schöne Bescherung für alle Beteiligten!

 

Ist es zynisch, dem gehetzten Paketboten an der Haustür einen besinnlichen Advent zu wünschen? Definitiv ja! 

Für eine Menge Menschen bedeutet Weihnachten Stress pur: Paketlieferanten, Versandmitarbeiter, Verkäufer. 

"Augen auf bei der Berufswahl", wäre da die pragmatisch-gemeine Antwort.

Doch wer ein Fest der Liebe feiern will, sollte nicht zu lieblos mit den "Organisatoren" seines Festes umgehen.

Für die Weihnachtsfeier-Vorbereitungen könnte das daher heißen:

Innenstadt statt Onlineshop: Kurze Wege, weniger Pakete und weniger Verpackungsmüll, 

Mittelstand statt Amazon: Der Online-Riese pflegt nicht nur einen problematischen Umgang mit seinen Mitarbeitern, er macht mit seiner Monopolstellung auch vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen das Leben schwer. Da lohnt es sich dagegenzuhalten.

Erster Advent statt Heiligabend: Deutsche Innenstädte am dritten und vierten Adventssonntag sind nur etwas für Menschen, die es kuschlig mögen. Kurz vor knapp einzukaufen, bringt Stress, nicht nur für den Kunden, sondern oft genug auch für die Verkäufer. Daran sollte ebenfalls gedacht werden. 

Übrigens: Viele Händler, die auf dem Amazon Marketplace vertreten sind, machen einen Superpreis, wenn man direkt mit ihnen in Kontakt tritt. So bleibt der Online-Riese außen vor und kleine Unternehmen werden gestärkt.

 

2.) Mut zur Lücke - Mut zum Highlight!

 

Adventsdeko, Plätzchen, Weihnachtspost, Geschenke, Weihnachtsfeiern, Baum, Wohnungsputz, Festtagsessen:  

Die Advents- und Weihnachtszeit hat es in sich. Wer da in allen Punkten glänzen will, hat jede Menge zu tun.

Ich selbst merke, dass ich Weihnachten mehr genieße, wenn ich den Mut zur Lücke habe.

In diesem Jahr verzichten wir auf den Baum. Nächstes Jahr gibt es vielleicht weniger Plätzchen und ein anderes Mal fällt die Weihnachtspost etwas kleiner aus. Vielleicht kostet es etwas Mut, solche "Abspeckversuche" im Familienkreis offen anzusprechen. Doch die Offenheit lohnt sich. Denn dieses Vorgehen entspannt und "entstresst" nicht nur, es hilft auch dabei, andere Punkte der Festvorbereitung umso bewusster zu genießen.

 

3.) Nieder mit dem Perfektionismus!

 

Was uns die Werbung ebenfalls lehrt: An Weihnachten muss einfach alles perfekt sein!

Für mich totaler Käse. Solche Ansprüche enden in Anspannung. Und Anspannung wird zum weihnachtlichen Pulverfass. Natürlich spricht nichts dagegen, ein schönes und stimmiges Fest zu planen.

Doch Pannen und Missverständnisse passieren auch an Weihnachten. 

Also: Bitte nicht zu verbittert feiern!

 

4.) Das Weihnachtsessen: Fülle oder Überfülle?

 

Weihnachten scheint für viele Fluch und Segen zugleich. So groß die Freude auf das gute Festtagsessen ist, so laut ist auch das Gejammer, das oft am Abend des 25.12. zu hören ist: Zu viel, zu oft, zu fett gegessen.

Der Mensch scheint in dieser Hinsicht lernresistent und das nicht nur beim Essen, sondern auch beim Kochen. Ein voller Bauch allein ist allerdings noch nicht das Problem. Schlimm wird es erst, wenn weihnachtliche Köstlichkeiten am Ende behandelt werden, als wären sie eine lästige Plage. Und traurig ist, wenn manche Leckereien dann sogar im Eimer landen, weil die große Menge einfach nicht zu schaffen war. "Weniger ist mehr" - Ein Sprichwort, das mit Blick auf die Kostbarkeit unserer Lebensmittel an Weihnachten wohl oft erst noch entdeckt werden muss.

 

Mein Weihnachtslächeln kommt nicht von Amazon!

 

Weihnachten ist super! Für mich als Christ ist es ein wunderbares Fest, auf das ich mich sehr freue!

Und natürlich verstehe ich, dass Unternehmen Weihnachten einfach lieben. Schließlich werden auch sie zu diesem Fest reichlich beschenkt. Ich habe nichts generell gegen Weihnachtswerbung. Sie gehört zum Advent heute ebenso selbstverständlich dazu wie Plätzchenteller und Adventskalender. 

Doch manchmal nervt es. Wenn Mediamarkt Weihnachten unter dem Baum entscheidet  (Werbeslogan 2011) und die Weihnachtsfreude ausgerechnet von einem wenig sozialen Online-Riesen geliefert werden soll, dann muss ich meckern. Nichtsdestotrotz wünsche ich euch frohe und entspannte Vorbereitungen und, wenn es soweit ist, ein Weihnachtslächeln, das jeden Karton sprengt.

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